Glockner

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Der Großglockner übt auch über 200 Jahre nach seiner Erstbesteigung eine große Faszination auf viele Menschen aus. Er ist das größte Wahrzeichen der Alpenrepublik und gehört zu Österreich wie der Stephansdom in Wien und gilt als die zweitbeliebteste Sehenswürdigkeit nach Schloss Schönbrunn.

Mit 3.789 Metern ist der Großglockner der höchste Berg Österreichs. Darüber hinaus markiert sein Gipfel auch den höchsten Punkt im Umkreis von 175 Kilometern; erst nach dieser Distanz wird seine Dominanz durch die Königsspitze in den südtiroler Dolomiten um rund 60 Meter übertroffen. In der Liste der höchsten Berge der Ostalpen rangiert der Glockner auf Platz elf, nur übertroffen von einigen Gipfeln der Bernina- und Ortler-Gruppe auf der Grenze von Südtirol zu Graubünden in der Schweiz.

Die Erstbesteigung gelang einer Großexpedition im Jahr 1800 und seitdem wurden mehr als 30 Routen auf den Gipfel erstiegen und dokumentiert. Dem Weg der Erstbesteiger folgt auch heute noch der Normalweg auf den Gipfel. Auf Grund seines letzten Abschnitts ist er in der UIAA-Skala mit dem Schwierigkeitsgrad II, also als mäßig schwierig eingestuft. Ausgangspunkt des Normalweges ist die Adlersruhe (3.454m) am Südostrücken des Kleinglockners (3.770m). Von dort führt der Weg über den den größtenteils vergletscherten Ostrücken des Kleinglockners fast ohne Felsberührung knapp unter dessen Gipfel. Das letzte Stück auf den häufig stark überwechteten Kleinglockner ist mit Eisenstangen versehen. Der folgende Abstieg zur Oberen Glocknerscharte und die Überquerung dieser acht Meter langen, nur einen halben Meter breiten und nach links und rechts stark ausgesetzten Passage sind mit Drahtseilen versichert. Beide gelten - zusammen mit den rund 30 letzten, klettertechnisch schwierigsten Höhenmetern von der Scharte zum Gipfel - als die Schlüsselstelle auf dem Normalweg.

Neben seinem höchsten Punkt kann der Großglockner aber noch mit einem weiteren Rekord aufwarten. Die Pasterze am Fuße des Berges im obersten Talboden des Mölltals ist mit mehr als 8km Länge der längste Gletscher der Ostalpen. Allerdings auch an ihr nagt der Zahn des globalen Gletscherrückgangs. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat ihre Fläche von damals über 30 km² um beinahe die Hälfte abgenommen. Wie bei der überwiegenden Zahl der österreichischen Gletscher ist auch ihre Längenausdehnung seit mehreren Jahren rückläufig, zuletzt mit einer Geschwindigkeit von etwa fünfzig Metern pro Jahr.

Glocknerrunde

Wer vom Großglockner fasziniert ist, ihn aber nicht besteigen möchte, der kann ihn auf der sogenannten Glocknerrunde auch umrunden. Die sieben Tagesetappen der Glocknerrunde sind gut markiert, es müssen weder Gletscher gequert noch schwierige Felspassagen bewältigt werden. Trotzdem darf man die Route nicht unterschätzen, sie führt bis in hochalpines Gelände – mit den entsprechenden Gefahren. Insgesamt legt man auf der Tour rund 100km zurück und hat in Auf- und Abstieg etwas mehr als 15.000 Höhenmeter zu überwinden. 

-> DAV-Flyer Glocknerrunde

 

Hütten

Bild:  l ucknerhaus.at

Lucknerhaus

Das Lucknerhaus ist keine klassische Berghütte im eigentlichen Sinn. Der dann doch komfortablere Alpengasthof liegt im Ködnitztal am Ende der Kalser Glocknerstraße auf einer Seehöhe von 1.930m.

Mit seiner Lage bietet sich die Unterkunft sommers wie winters als Ausgangspunkt für viele Touren und Unternehmungen in den Hohen Tauern an. Abgesehen vom Großglockner können von hier auch z.B. der Großvenediger (3.764m) oder das Böse Weibel (3.121m) bestiegen werden. Und so wird das Lucknerhaus auch uns bei der bei der Besteigung des Großglockners als "Basislager" dienen, in dem zumindest die PKW und ein paar zivile Wechselklamotten verbleiben. 

www.lucknerhaus.at

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Stüdlhütte 

Die Stüdlhütte wird in einer Höhe von 2.801 Metern von der DAV-Sektion Oberland (München) bewirtschaftet. Sie liegt in der Fanatscharte am Fuße des Stüdlgrates, der wiederum eine direkte und anspruchsvolle Aufstiegsvariante auf den Großglockner darstellt. Eine erste Schutzhütte wurde an dieser Stelle bereits 1868, der aktuelle Neubau Mitte der 1990er Jahre errichtet.

Da die Stüdlhütte nur von Mitte März bis Mitte Oktober geöffnet hat, wird unsere Unterkunft für eine Nacht das ganzjährig geöffnete Winterlager darstellen.

www.stuedlhuette.at

Bild: alpenklub.info

Erzherzog-Johann-Hütte

Die Erzherzog-Johann-Hütte ist die einzige Hütte im Besitz des Österreichischen Alpenklubs ÖAK, nicht zu verwechseln mit dem entsprechenden Alpenverein ÖAV. Der seit seiner Eröffnung 1880 mehrfach renovierte und erweiterte Bau thront auf den Felsen der Adlersruhe in einer Höhe von 3.454m und ist damit die dritthöchste Schutzhütte der Ostalpen. 

Im Winter hat die Hütte geschlossen, lediglich ein kleines Notlager für vier Personen und eine Toilette sind dann zugänglich. Damit wird uns die Erzherzog-Johann-Hütte hoffentlich nur als Orientierungspunkt und Landmarke, sowie vielleicht als Ort für eine kleine Rast dienen.

Noch mehr Fakten gibt es im Hütten-Check des Bergzeit Magazins, das die Erzherzog-Johann-Hütte einmal gründlich unter die Lupe genommen hat.

www.erzherzog-johann-huette.at

 

YouTube

YouTube ist natürlich voll mit größeren und kleineren Filmchen, die einen mehr oder weniger guten Eindruck von der Tour vermitteln. 

 

Reportage 

Auf halber Höhe zum Großglockner liegt die Glorerhütte, ein Schutz- und Gästehaus für Bergsteiger. Nach achtmonatiger Winterpause eröffnet die Wirtsfamilie Riepler im Juni die Hüttensaison. Die 360° GEO Reportage begleitet die jungen Rieplers und ihre Gäste durchs Jahr. 

Anmerkung: Mitlerweile haben Toni Riepler und seine Familie (die zwischenzeitlich um Tochter Anna erweiter wurde) als Pächter die Erzherzog-Johann-Hütte übernommen.

 

Tourenplan

Anreise am Freitag nach Kals am Großglockner (1.324m) und weiter zum Lucknerhaus (1.930m). Von dort aus Aufstieg (5,4km; 890Hm) zur Stüdlhütte (2.801m). Übernachtung im Winterraum. Am Samstag früher Übergang zur Erzherzog-Johann-Hütte (3.454m) über den Gletscher des Ködnitzkees (3,0km; 670Hm) und weiter Aufstieg über Bahnhof (3.560m), Sattele (3.680m), Kleinglockner (3.770m) und Glocknerscharte (3.766m) zum Großglockner (3.789m). Danach langer Abstieg zurück zum Lucknerhaus (>1.800Hm-). Übernachtung in der Lucknerhütte. Sonntag Abreise nach München. Termin Anfang Februar 2018.


Bildquellen:

Das Titelbild wurde von User texx1978 am 28. Juli 2017 unter dem Titel Großglockner auf der Plattform Flickr unter der Lizenz CC BY 2.0 veröffentlicht.

Das winterliche Bild vom Lucknerhaus entstammt der Homepage des Berggasthofs, im Internet zu finden unter www.lucknerhaus.at.

Das Bild von der Stüdlhütte wurde von User Maddl79 am 24. Juni 2107 unter dem Titel Die Stüdlhütte in der Glocknergruppe auf der Plattform Wikipedia unter der Lizenz CC BY SA 4.0 veröffentlicht.

Das Bild von der Erzherzog-Johann-Hütte mit dem Gipfel des Großglockners im Hintergrund wurde ursprünglich auf der Homepage des Österreichischen Alpenklubs (ÖAV) veröffentlicht.